Der Freund die Langzeitbelichtung

Mit der Materie EINS werden


 

ie Nacht ist schon immer etwas gewesen, was mich sehr interessiert hat.

Dieses weitläufige, die Sterne und die Kälte die damit einhergeht. Alleine der Gedanke daran, dass der Nachthimmel das Tor ins Universum ist, erfüllt mich mit Ehrfurcht. Diese unendliche und so unbekannte Weite ist unberührt und in sich ein Schauspiel von Perfektion. Alleine durch den Anblick des Universums glaube ich daran, dass es einen Gott gibt!

 

Ich bin ja von Grund auf ein Mensch, der Nachforschungen zu allem betreibt, was ihn gerade so beschäftigt. So auch zum Universum. Ob die Relativitätstheorie von Albert Einstein und dem Licht, oder Steven Hawking's Theorien zu schwarzen Löchern, es gibt wenig was mich so begeistert wie das Universum.

 

Meine Liebe zur Natur schließt auch die unglaublichen Weiten des Universums ein. Die damit einhergehenden, noch unerklärlichen Phänomene erfüllen mich mit Ehrfurcht!

 

Als ich die ersten Nachtfotos von anderen Fotografen gesehen habe, wollte ich das auch können! Dafür musste ich aber lernen, was die einzelnen Werte der Kamera mit dem Bild anstellen und dass nicht jedes Objektiv dafür geeignet ist. Genauso wie die Vorbereitung. Alles muss passen, die Zeit, der Ort, das Wetter, die Lichtverhältnisse, die Kameraeinstellungen, das Equipment etc.. Einfach alles muss von Anfang bis Ende durchgeplant sein. Und trotz aller Vorkehrungen und Planungen kommt einem das Schicksal immer wieder in die Quere. Die Kunst seine Kamera zu kennen, die Umgebung und Gegebenheiten wahrzunehmen und sie für das Bild und die Kamera richtig einzuschätzen, erfordert frustrierende Übung.

Nachthimmel Fotografie Milchstraße
Nachthimmel - ISO 3200 // 17mm // f2.8 // 14 Sek. Belichtungszeit

Das Frustrierende dabei ist, dass die Bilder auf dem Kameradisplay anders dargestellt werden, als sie später am Computer aussehen. Das liegt zum größten Teil an dem integrierten Display der Kamera. Durch die geringe Auflösung wirkt das Bild verfälscht, sowohl was Schärfe als auch was Farben und Kontrast angeht. 

Das integrierte Kameradisplay stellt die geschossenen Bilder anders dar als sie später auf deinem Computer wirklich aussehen. Verlass dich nur zur Kontrolle darauf!

 

Kommen wir mal zu den Werten, an denen ich bis zu diesem Zeitpunkt versucht habe, drumherum zu kommen. VORBAB: ALLE DIESE WERTE BEEINFLUSSEN AUF IHRE WEISE DIE BELICHTUNG UND DIE HELLIGKEIT DES BILDES!

 

 

 

ISO: Den ISO-Wert müsst ihr euch als eine Art Helligkeitsregler, wie der in eurem Bilderbearbeitungsprogramm am Computer, vorstellen. Ein niedriger Wert kann bei guten Lichtverhältnissen z.B. am Tag gewählt werden, ein hoher eben bei schlechteren, wie z.B.  zu späterer Dämmerstunde. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass ein höherer ISO-Wert das Rauschen in dunklen Bereichen erhöht bzw. fördert! Stellen wir uns wieder das Computerprogramm vor. Nehmen wir uns ein dunkles Bild und möchten dessen Helligkeit erhöhen, tauchen störende Rauschflecken auf. Eine hochwertige Kamera zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass ihr Rauschverhalten auch in höheren ISO-Bereichen niedrig bleibt. Ich versuche meine Bilder in den Bereichen ISO 100 bis 1600 zu machen.

 

AUFGEPASST! -> Bei Nachtaufnahmen möchte ich auch Dinge erfassen, welche ich mit bloßem Auge nicht mehr erkennen kann. Ein höherer ISO-Wert ist da von Vorteil!

Nachts am Busplatz mit einem ISO Wert von 1600
Nachts am Busplatz mit einem ISO Wert von 1600

Blendenzahl: Um es sich besser vorstellen zu können, erkläre ich zunächst, was denn überhaupt eine Blende ist.

Die Blende sitzt in eurem Objektiv. Sie ist ein ein Ring, der sich, je nach Einstellung, öffnet oder schließt. Je ,,offener" dieser Ring ist, desto mehr Licht kommt natürlich auf das Bild und umgekehrt. Er wird auf den Objektiven mit dem Buchstaben ,,f" angezeigt. Ist der Wert kleiner, kommt mehr Licht durch das Objektiv und den Ring auf den Sensor und somit auf das Bild. Das Standard Kit-Objektiv hat meistens eine Blendenzahl von f3.5-5.6. Für alltägliche Aufnahmen ist das vollkommen ausreichend,  möchte man allerdings Nachtaufnahmen machen, ist ein Wert von 2.8 abwärts, jedoch schon fast Pflicht!

 

 

AUFGEPASST! -> Die Blendenzahl regelt auch die Tiefenschärfe! Je höher der Wert der Blende, also je geschlossener diese, desto mehr Tiefenschärfe und umgekehrt entsteht. Der hohe Wert erzeugt bei Landschaftsfotografie, dass alles Abgelichtete bis hin zum weitesten Punkt, gestochen scharf ist, ein niedriger Wert, dass ein Objekt freigestellt wird!

Beispiel: Freistellen eines Objektes bei einer geringen Blendenzahl (Offenblende)
Beispiel: Freistellen eines Objektes bei einer geringen Blendenzahl (Offenblende)

Für Nachtaufnahmen ist noch ein letzter Wert grundsätzlich wichtig: die Belichtungszeit!

Belichtungszeit: Wie der Name eigentlich schon erklärt, regelt die Belichtungszeit die Dauer in der das Bild belichtet wird.

Stellt euch die alten Filmstreifen vor mit der Oma und Opa (ggf. eure Eltern oder sogar Ihr selbst) früher Fotos gemacht haben. Beim herausnehmen des Films aus der Kamera durfte bloß kein Licht dran kommen, und auch die Dose in der man den Film dann aufbewahrte, um ihn zum Entwickeln zu bringen, war schwarz wie die Nacht. Vom Prinzip kann man sehr gut diese alten Filmstreifen mit dem heutigen Sensor in der Kamera vergleichen. Die analogen Kameras ließen für einen kleinen Moment beim Drücken des Auslösers Licht auf den lichtempfindlichen Filmstreifen. Auf diesem wurde dann sozusagen wie ein Sonnenbrand das Bild eingebrannt/eingeblendet! Je länger Licht auf diesen Filmstreifen kam, desto heller wurde das Bild, bis hin zur Unbrauchbarkeit...

 

Unser heutiger Sensor reagiert ähnlich dem alten Material des Filmstreifens und mit der Belichtungszeit regeln wir die Dauer, in der die Kamera auf diesen Licht kommen lässt. Bei Tag wird das Bild bei einer langen Belichtungszeit somit genauso unbrauchbar, wie bei der analogen Fotografie. Bei Aufnahmen zu geringen Lichtverhältnissen allerdings, ergeben sich durch eine längere Belichtungszeit auch gute Bilder.

 

AUFGEPASST! -> Eine Belichtungszeit von 1/60 Sekunde ist für die ,,aus der Hand" Fotografie noch perfekt. Längere Zeiten können das Bild verziehen benutze also ein Stativ um die Kamera zu stabilisieren. Teste einmal lustige Lichtschauspiele bei längeren Belichtungszeiten in deinem Zimmer ;)

Mit einer Taschenlampe und 15 Sekunden Belichtungszeit
Mit einer Taschenlampe und 15 Sekunden Belichtungszeit


Ich komme selbst noch nicht ganz so mit diesen Werten zurecht, es ist aber essenziell sich mit diesen zu befassen! Nimm deine Kamera in die Hand, warte auf schlechtere Lichtverhältnisse. Pack dein Stativ ein und spiel einmal beim Fotografieren mit den jeweiligen Werten im Manuellen Modus. Fotografiere mal eine Stelle unter verschiedenen Einstellungen. Schau dir die Unterschiede nicht nur auf dem Kamera-Display an, sondern auch auf deinem Computer.

 

Ich versuche bei Tag im ,,Av" Modus zu fotografieren. Die Kamera stellt automatisch die Belichtungszeit und den ISO-Wert so ein, dass ich frei aus der Hand fotografieren kann, ohne, dass das Bild großartig verwackelt. Im Av Modus habe ich den Vorteil, dass ich die Blendenzahl individuell einstellen kann, was mir das Scharf- oder Freistellen meiner Motive ermöglicht!

 

Nachts hingegen, ist es unabdingbar mit hohen ISO-Werten, moderaten Belichtungszeiten von an die 15 Sekunden und niedrigen Blendenzahlen im manuellen Modus, mit einem Fernauslöser, zu fotografieren. Wieso 15 Sekunden? Die Erde dreht sich, doch die Sterne bleiben an ihrer Stelle stehen. Wenn du keinen sogenannten ,,Sternschnuppen-Effekt" auf deinem Bild haben möchtest (die Bewegung der Erde verzieht die Sterne bei längeren Belichtungszeiten als 15 Sekunden), versuche unter dieser Zeit zu bleiben. Spiele mit dem ISO-Wert zwischen Maximal und 1-2 Stufen darunter. Öffne die Blende auf das Maximum , sprich alles unter f2.8 und stelle dein Objektiv auf manuellen Fokus. Richte den Fokus entweder am Tag auf Unendlich (oft an Objektiven gekennzeichnet) oder versuche die Feineinstellung nachts, mit dem Kameradisplay und dessen Zoomfunktion, vorzunehmen. Hilfreich ist ein Weitwinkel-Objektiv z.B. 17 mm (Ich benutze hierfür ein Lichtstarkes und Preiswertes von Sigma >>Link<<). Je mehr auf dem Bild abgelichtet werden kann, desto eindrucksvoller sieht die jeweilige Nachtaufnahme aus. Lade dir meine empfohlenen Apps herunter und Plane, nach ein bisschen Übung mit den Werten, deinen Sternenhimmel-Trip und schicke mir deine Fotos! Ich würde mich sehr darüber freuen, deine Perspektive der Milchstraße und der Sterne auf meiner Seite zu veröffentlichen :)

 

Bei der Nachthimmel-Fotografie ist das Nachbearbeiten, soweit ich bisher gekommen bin, ein MUSS! Hier zeige ich euch ein Vorher-Nachher Beispiel.

Vorher - Nachher
Vorher - Nachher
Nachthimmel: Bearbeitetes Beispiel - Vorher - Nachher
Nachthimmel: Bearbeitetes Beispiel - Vorher - Nachher

Also nicht den Kopf in den Sand stecken, sollte das Bild mal nicht so aussehen wie es gewünscht ist. Mit ein wenig Nachbearbeitung macht man aus fast jedem Rohling einen Diamanten ;)

 

 

Liebe Grüße euer

Special Friend O






Icon made by FreepikChanut is IndustryUIUXER; MADEBYOLIVER; Elegant Themes  from www.flaticon.com ; Images made by Aleksandr_samochernyi from www.freepik.com; Picture Mockup made by www.freepic.com