Die Natur und Ich


Die Perfektion der Natur


Nachdem ich mir nun meine erste eigene Kamera zugelegt hatte, war ich nicht mehr zu stoppen. Wie ein kleiner Junge, voller Enthusiasmus, wollte ich meine neuste Errungenschaft ausprobieren und ablichten was geht! Ich hatte immer noch keine wirkliche Ahnung was die verschiedensten Einstellungen und Objektive so mit einem Bild anstellen, da ich aber grundsätzlich ein sehr neugieriger Mensch bin, der auf eigene Faust die Dinge erfahren muss, schaltete ich rebellisch, entgegen aller Empfehlungen, in den Manuell-Modus meiner Kamera und betrachtete das Bild nach jedem Schuss. Zu diesem Zeitpunkt war mir der Live-View nicht geläufig, das bedeutet, dass ich ISO, Belichtungszeit und Brennweite unabhängig davon welches Objektiv ich gerade aufgesetzt hatte, wild verstellte, ein Ziel fokussierte und fotografierte. Erst nachträglich betrachtete ich es mir auf meinem Kameradisplay um zu beurteilen, ob es meinen Erwartungen entsprach.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

 

Auf dem kleinen Display erkannte ich nur leider nicht, dass ein zu hoher ISO-Wert meine geschossenen Bilder verrauschte! Ärgerlich im Nachhinein.

 

Kurze Zeit zuvor ist meine damalige Beziehung zerbrochen, ich war also dementsprechend depressiv. Ich nahm mir oft Zeit für mich alleine, um mich selbst in dem ganzen Gewirr von Gefühlen wiederzufinden und mir über die Dinge Gedanken zu machen, die ich vernachlässigt habe. Spaziergänge im nahegelegenen Stadtwald Koblenz gaben mir daher nicht nur die nötige Ruhe, sondern brachten mir mit der Kamera eine unvorstellbare, klare Schönheit der Natur nahe, welche ich vorher nicht im Geringsten so betrachtete.

 

Durch die Objektive und die Kamera, lernte ich die Welt um mich herum genauer wahrzunehmen!

Früher Morgen im Spätherbst, ca. 9:30Uhr, Stadtwald Koblenz
Stadtwald Koblenz Nov.2016 ©Oliver Lotz

Was mich besonders an der Natur interessiert, ist ihre, so doof es klingt, Natürlichkeit. Es ist vollkommen egal welches Wetter es ist, wieviel Uhr wir haben oder ob ich gut oder schlecht gelaunt bin, die Natur bietet eine Fülle an Szenarien die nur darauf warten festgehalten zu werden. Die Entstehung geschieht genauso zufällig, wie die weitere Entwicklung dessen was ich mir als Bild in der Natur aussuche. Es muss niemand lächeln oder posieren, ich muss keine Anweisungen geben oder hege bestimmte Vorstellungen, so wie es ist, ist es sehr gut! Durch den Wald zu laufen und Positionen zu finden die ich fotografieren möchte erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Hinter, unter, über oder neben jedem einzelnen Blatt kann sich für mich das Bild oder Szenario befinden.

 

In der Natur entsteht zufällige Perfektion, die nur darauf wartet entdeckt und für immer festgehalten zu werden. Sie verändert und wiederholt sich ununterbrochen aufs Neue, was sie gleichzeitig zu einem einmaligen Spektakel macht. 

 

Fazit: die Natur und ihre Natürlichkeit inspirieren mich und schenken mir Hoffnung sowie Kraft.

 

Zu diesem Zeitpunkt machte ich mir über die beiden Objektive, die im Kamerakauf inklusive waren, noch überhaupt keine Gedanken. Die Unterschiede in beiden merkte ich jedoch fix. Das Tele-Makro Objektiv von Tamron ermöglichte mir das Heranholen von etwas weiteren Objekten und vor allem die detailliertere Darstellung.

Aufgenommen im Koblenzer Stadtwald mit einer Canon EOS 700D und einem Tele-Makro-Objektiv von Tamron
Meine ersten Versuche mit dem Tele-Makro-Objektiv von Tamron ©Oliver Lotz

Mir war garnicht klar, dass ich mit dem eingestellten Blendenwert die Beeren aus dem Bild heraus freigestellt habe. Ich probierte also so lange hin und her mit den verschiedenen Einstellmöglichkeiten, bis auf meinem Kameradisplay dieses Ergebnis herauskam. Zeitaufwendig!

Natürlich habe ich im weiteren Verlauf versucht zu verstehen, was genau ich da eigentlich mit welcher Einstellung genau verändere, so richtig schlüssig war es mir im Endeffekt aber dann doch nicht. Soll mal ein Laie darauf kommen, dass mit der Einstellung einer niedrigen Blende eine deutlichere Tiefenunschärfe entsteht und nicht nur das Bild heller wird. Mir ist nämlich sehr wohl aufgefallen, dass durch einen kleinen Wert der Blende das Bild heller wurde.

 

Die Blendenzahl verändert also nicht nur, dass mehr Licht auf das Bild kommt, es beeinflusst also auch die Tiefenschärfe. Lektion check!

 

Da ich umkoordiniert, mit der Einstellung ,,hinter jedem Zweig kann etwas Interessantes sein", durch den Wald trabe, verlaufe ich mich auch regelmäßig. Anfangs habe ich mit meinem Handy den Standort meines Autos in den mobilen Karten festgelegt. Da ich mit meinem 100mb Prepaid-Tarif aber nicht genug Datenvolumen habe, um diese Funktion wie erwartet nutzen zu können, habe ich mich für die Alternative Kompass entschieden. Tja wer Geld sparen möchte, muss wohl auf altbewährte Mittel umsteigen! Jetzt könnt ihr euch folgendes Szenario gerne mal durch den Kopf gehen lassen:

 

Ich fahre im späten Herbst gegen 14Uhr in den Wald und halte mich ca. 4 Stunden dort auf. Der Wald ist mir vollkommen unbekannt und ich laufe teilweise querfeldein, um auch außerhalb der Wege unberührte Natur und vielleicht ein paar Tiere zu sichten. Gegen 18Uhr wird es um diese Jahreszeit schon sehr dunkel. Ich habe mir auf dem Kompass gemerkt in welcher Himmelsrichtung von meinem Standpunkt aus mein Auto steht, besitze keine weiteren Details diese.. ICH!

Oft habe ich mein Auto erst im tiefsten Dunklen wiedergefunden und auch nur durch Zufälle. Ich bin, wie man von mir weiß, ein harter Bursche (nicht), aber alleine mit so vielen Geräuschen im dunklen Wald, ohne wirkliche Orientierung... Panik!

 

Es ging aber immer, zu meinem Vorteil, glimpflich aus und so ein Wald hat selbst dunkel seinen Charm, den ich selbstverständlich abzulichten versucht habe :)


Auf einen Schnappschuss bin ich besonders Stolz, daher teile ich ihn gerne mit euch. Hier wurde aus einem scheinbar unauffälligem und alltäglichem Weg etwas einmaliges. Trotz meiner Liebe zur Natürlichkeit musste ich jedoch einige Nacharbeiten an dem Bild vornehmen, um noch etwas mehr aus dem Szenario herauszuholen. Durch die vielen und starken Farben nenne ich es mein persönlicher Märchenwald. Ein wirklich anmutiger Anblick, welchen ich hier auch in meinem Blog als Titelbild gewählt habe. Ich hoffe, dass ich in Zukunft noch mehr solcher Jahreszeitenwunder in der Natur finde und fotografieren kann, um sie mit euch zu teilen.

Wie immer füge ich auch dieses Bild in meine Galerie am Ende dieses Eintrages zu den weiteren Bildern hinzu.

 

Vielen Dank, dass du dir wieder die Zeit genommen hast :)

Viele liebe Grüße

Dein Special Friend O

Ein einmalig farbenfrohes Spektakel im Koblenzer Stadtwald im späten Herbst 2016
Märchenwald ©Oliver Lotz





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